Reise TV Tipp: Bombay – das Herz Indiens (1+2)

Phoenix, 09.03.2012 ab 03.45 Uhr

Film von Peter Kunz

Riesenstädte sprengen die Vorstellungskraft. Wie viele Menschen leben in Bombay? Sind es 15 oder 20 Millionen? Wie soll die Bevölkerung einer Stadt gezählt werden, in die täglich 300 Familien vom Land strömen?

Rein statistisch bietet die größte Stadt Indiens ihren Bewohnern eine der schlechtesten Lebensqualitäten der Welt, nicht nur nach dem Terrorangriff im November 2008. ZDF-Asien-Korrespondent Peter Kunz hat trotzdem viele Menschen getroffen, die ihre Stadt lieben und sie nicht verlassen würden.

Bombay ist ein Traum – der auf alle wirkt, egal, ob sie ganz oben oder ganz unten in der Gesellschaft ihren Platz haben. Und Bombay produziert Träume: Längst hat Bollywood mit seinen Filmen am Fließband Hollywoods Filmindustrie überholt. Tag und Nacht wird gedreht. Melodramen und Schmonzetten faszinieren das Publikum. Indien will lachen und weinen.

„Niemand verhungert in Bombay, anders als in anderen Teilen des Landes“, ist der Tagesmanager eines Luxushotels überzeugt. Seine Meinung teilt auch der Töpfer aus Bombays berüchtigtem Slum „Dharavi“. Dass wirklich niemand hungert, weiß auch der Hundebesitzer, der für seinen vierbeinigen Freund täglich frisch zubereitetes Futter anliefern lässt. Hinter der Geschäftsidee vom frischen Hundefutter im Henkelmann steckt ein findiger Jungunternehmer, der auch vegetarische Kost auf dem Speiseplan für den Hund hat.

Bombay ist ein Gefühl, ein gutes Gefühl. „Die Stadt hat mir viel gegeben“, sagt Bollywood-Superstar Saif Ali Khan. Zu den Kreativen Bollywoods gehört auch Musiker Bappi Lahiri. Der Komponist schuf zahlreiche Filmhits und wurde in Indien selbst zum Star.

Undenkbar wäre Bombay ohne den für Gelassenheit und Glück stehende Elefantengott Ganesha. Er gibt Bombay Kraft. Zu seinem Tempel zieht es die Bewohner der Stadt noch vor Sonnenaufgang. Ganesha wacht aber auch über Bombays Börsenparkett und ist Fetisch der Diamantenhändler, die die Stadt zu einer Handelsmetropole der teuren Steine gemacht haben.

Das Filmteam darf dabei sein, als ein erst 13-Jähriger zum Zoroastrier-Priester geweiht wird. Normalerweise bleiben die geheimnisvollen Rituale dieser weltweit noch 120.000 zählenden Religionsgemeinschaft der Öffentlichkeit verborgen. Ihr Glauben fußt auf den Lehren des persischen Propheten Zarathustra. Bombay ist eines der letzten zoroastristischen Zentren.

Maureen Wadia hat in eine Familie von Zoroastriern eingeheiratet. Ihr Mann ist eine der industriellen Größen Indiens. Sie verlegt eine Lifestyle-Zeitschrift und bereitet die Schönheiten des Landes in ihrer berühmten Model-Schule auf eine internationale Laufsteg-Karriere vor. Außerdem ist Maureen Wadia Direktorin zweier Krankenhäuser für Frauen und Kinder. Die Angestellten fürchten ihren Führungsstil, aber die Hospitäler gelten als Vorzeigeprojekte im indischen Gesundheitswesen.

Der schöne Schein und die Welt der Machenschaften gehören in Bombay zusammen. Auf der Leinwand und in der Realität.

Bombays ist großes Kino und das bringt einer der letzten Plakatmaler noch per Hand auf die riesigen Filmplakate. Mit knappen Pinselstrichen malt Abdul Rehman einen Schauspieler, der einem anderen brutal eine Pistole in den Mund hält. „Früher wollten die Leute Liebespaare auf den Plakaten sehen, heute wollen sie Gewalt. Bombays romantische Zeiten sind vorbei“, sagt Rehman.

(Senderinfo)

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